Nachdenkliches

Ich habe länger überlegt ob ich neben den fachlichen Blogbereichen auch einen persönlichen Blogbereich anlegen soll.

Hier möchte ich Sie an persönlichen, fachübergreifenden Erfahrungen, Gedanken und Erlebnissen teilhaben lassen.  

 

 

Abendgedanken zum Hambacherwald

# hambibleibt

Ein schöner Herbsttag geht zu Ende.

 

Versonnen lasse ich den Tag ausklingen, die letzten Sonnenstrahlen unter meiner Hainbuche genießend.

Ob sie wohl weiß, was da so im Hambacherwald vor sich geht? Frage ich mich.

Ich habe den Film von Quarks (WDR Sendung) über das Informationsnetz der Bäume und auch einiges von Peter Wohllebens Buch über die Sprache des Waldes gelesen/gehört.

In der Greenpeace – Dokumentation hieß es es sei einer der noch wenigen Hainbuchen-Stieleichen-Maiglöckchen- Wälder.

Ehrlicherweise muss ich gestehen das mir diese Besonderheit fremd ist und ich nicht recht um die ökologische Bedeutung weiß, außer das dies eine sehr hübsche Kombination ist.

 

All das sinniere ich so vor mich hin, meine Gedanken schweifen zu letztem Sonntag, als ich mit einer Freundin aufgebrochen bin zum Hambacherwald. Ich wollte es mit eigenen Augen sehen , nicht nur virtuell. Es regnete und wir wurden bis auf die Haut nass, jedoch es hat sich gelohnt. Die Gespräch mit Aktivisten, Spaziergängern und kurz auch mit Polizisten. Das Wahrnehmen der Stimmung, die durch das Wetter noch bedrückender wurde.

Den Eifer, den Idealismus, der vorwiegend jungen Menschen zu sehen war beeindruckend. Das Feuer mit dem sie für ihre Zukunft einstanden, die ihrer Kinder und damit letzlich unser aller Kinder Zukunft.

Ob mein Baum hier etwas davon bemerkt, wie sehr da Menschen um den Erhalt des Waldes kämpfen? Bekommt er mit wie sehr mich die ganze Sache bewegt?

Er schweigt, so wie die Bäume des Waldes zu schweigen schienen und doch so beredend waren.

Binden das CO2, liefern für uns lebensnotwendigen Sauerstoff, ungeachtet der Gefahr, die ihnen droht.

Meine Gedanken wandern weiter,zu den unzähligen Artikel verschiedenster Autoren und Journalisten, die ich gelesen habe. Ich möchte die Hintergründe, die Beweggründe aller Seiten kennen lernen. Den Vorwurf es sein illegal was die Aktivisten tun, ja, der stimmt zum Teil, wenn auch nicht in allen Argumenten. Sie hatten nicht die Gelegenheit im Vorfeld legale Mittel einzulegen, denn als der Hambacherwald verkauft wurde, waren sie zum Teil nicht mal geboren.

1977 wurden die Abbaurechte verkauft. Da kannte keiner Windräder und Solarzellen. Klimaschutz, Luftverschmutzung war eine Thema von ein paar Öko-Spinnern und Hippies.

Die Grünen wurden erst 1980 gegründet und Joschka Fischer war noch keine 30ig Jahre.

 

Nun haben wir 41 Jahre später, auch 41 Jahre Entwicklung, 41 Jahre mehr Erfahrung und 41 Jahre mehr Dreck in der Luft, 41 Jahre mehr Technologie, 41 Jahre mehr Raubbau an Mutter Erde.

Trotzdem gelten die vor 41 Jahren getroffenen Entscheidungen noch, als hätte die Zeit dazwischen nicht stattgefunden. Nennt man das Fortschritt? Das ist sicher legal, jedoch auch richtig?

Da sitzen Männer und auch die ein oder andere Frau und halten mit Starrsinn an 41 Jahre alten Entscheidungen fest. Leugnen lange Fakten, ignorieren Entwicklung und Klimaveränderung.

Sie werden nicht mehr leben wenn die Luft dünn wird, es sind ihre Nachkommen, die das ausbaden müssen. Doch nicht nur Ihre, auch meine... ich werde es nicht mehr erleben, aber meine Enkel.

Und darum gehe ich... für meine Kinder, für meine Enkel und für all die jungen Leute im Wald, für alle Kinder, die sind und die noch kommen. Gehe für die Natur, die mir meinen geliebten Beruf ermöglicht, für die Tiere, die seltenen genauso, wie für die häufigen. Ich gehe auch für diese jungen Polizisten, in deren Gesichtern ich die Zerrissenheit sah zwischen Gehorsam und „was mach ich hier, ich will das nicht“. Denn es ist auch ihre Zukunft, sind sind noch so jung. Und für meine Hainbuche.

Mit diesem Versprechen gehe ich hinein, es ist dunkler geworden und ein paar Mücken spielen noch unter dem Baum im letzten Sonnenlicht.

 

Gute Nacht aus dem Hainbuchenhaus

 

Anita Draken

Mittwoch 26.9.2018

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Wind of change

Diese Lied kommt mir in den Sinn wenn ich an die letzte Zeit denke. 

Ende November verstarb meine Mutter, die ich 12 Jahre lang gepflegt hatte.

Die Veränderungen, die damit einher gingen, waren vielfältig und betrafen nicht zuletzt das Hainbuchenhaus. 

Meine Karten waren neu gemischt und mit diesem neuen Blatt, begann ein neues Spiel.

Meine Teamkollegin hatte einige Zeit später auch eine schwerwiegende persönliche Entscheidung zu treffen und das was sich gerade neu gestaltete wurde ein weiteres Mal in Frage gestellt. 

Eine Reifephase begann. Zum erstenmal in meiner fast 20 jährigen Selbstständigkeit

suchte ich Unterstützung von Aussen für meine Praxis.

Das ist mir nicht leichtgefallen. Doch ich weiß... ich bin Globuli-Schiesser (so nannte unser Dozent, die Homöopathie orientierten Heilpraktiker) und keine wirkliche Geschäftsfrau.

Idealismus, die Liebe zu meiner Arbeit, meine Werte bestimmen mein Handeln.

Das wird auch weiterhin so bleiben.

Keine leichte Aufgabe für die Coacherin dies mit einem gesunden Geschäftssinn in Einklang zu bringen. 

Nun habe ich erstmal viele "Hausaufgaben", die aber gut zu meinen Werten passen.

Ich freue mich und schaue gespannt auf meinen neuen Weg.

Ein herzliches Danke an alle alten und neuen Weggefährten, die mich unterstützten, lehrten und hoffe das Sie es weiterhin tun. 

 

Ihre Anita Draken

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Kommentare

  • Claudia Herzog (Donnerstag, 31. Mai 2018 18:51)

    Liebe Anita!
    Herzlichen Dank für deine Offenheit. Ich persönlich finde es mutig und gut, dass du uns auch an den kleinen Stolpersteinen deines Weges teilhaben lässt. Ich habe dies im letzten Jahr auch getan und nur Gutes erfahren. Wir, die vielen anderen Menschen helfen, dürfen sich auch Hilfe holen. Dies ist nur menschlich und nichts, für das man sich schämen sollte. Impulse von außen können enorm wichtig sein, denn oft stehen wir uns selber im Weg oder in einer Sackgasse. Versuche weiterhin dein Baby im Auge zu halten, denn ich finde, dass dies ein tolles Angebot ist. Und das viel Liebe darin steckt merkt man. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute, egal wo dein Weg hin führen wird. Bin mir aber sicher, dass es ein guter Weg werden wird. Und wenn ich ab Herbst etwas freier bin, dann mache ich mich sicherlich mal öfters auf den Weg zu dir und lausche einem Vortrag. Fühle dich von mir herzlich gedrückt. Claudia

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