Fest der Schnitterin, Lughnasadh, Lammas

In früheren Zeiten waren die Menschen noch mehr in den Rhythmus der Natur eingebunden. Es gab keinen Strom, so dass die Menschen meist mit dem Sonnenuntergang zu Bett gingen und mit dem ersten Hahnenschrei wieder aufwachten. Die Häuser waren nicht beheizt und gedämmt. Der Winter war daher oft sehr hart und von Tod gekennzeichnet. Auch der globale Handel hat so einiges verändert. Wir bekommen heutzutage das ganze Jahr über Nahrung aus dem Supermarkt. Früher bedeutete der Winter oft Hungersnot. Viele Menschen waren Selbstversorger und daher tagtäglich in der Natur. Unsere heutige vermeintliche Unabhängigkeit zur Natur kann uns ein Stück weit von ihr und ihrem Rhythmus entfernen.

In unserer schnelllebigen Zeit bieten die Jahreskreisfeste die Möglichkeit in regelmäßigen Abständen inne zu halten, zur Ruhe zu kommen, die Natur bewusst wahr zu nehmen und Herr über unser Leben zu sein, indem wir uns mit den einzelnen Themen des jeweiligen Festes beschäftigen. Denn der Stand der Natur zur jeweiligen Jahreszeit lässt sich auch auf unser Leben übertragen und gibt uns mit seinen vielen Themen wie z.B. Geburt, Hoffnung, Visionssuche, Handlung, Liebe, Mütterlichkeit, Loslassen, Grenzen ziehen, Wandlung, Dankbarkeit und Tod einen guten Leitfaden wie wir unsere Wünsche und Ziele auf die Erde bringen. Durch Rituale wird dieser Prozess unterstützt.
Eines der acht Jahreskreisfeste ist das Fest der Schnitterin. Bei den Kelten auch Lughnasadh genannt. Dieses Fest feiert den Kreislauf des Lebens und das Licht. Es ist das erste Erntefest des Jahreskreises.

Licht und Dunkelheit
Filme, wie z.B. Star Wars, spielen uns vor, dass das Licht häufig mit dem Guten und die Dunkelheit mit dem Bösen verbunden wird. Doch gerade dieser Sommer mit seiner Hitzewelle zeigt uns die andere, zerstörerische Seite des Lichts. Zu viel Sonne führt zu Trockenheit und einer schlechten Ernte. Wichtig für eine gute Ernte ist genauso die Dunkelheit, die Abkühlung und so manchen Regen mit sich bringt. So hat alles immer mindestens zwei Seiten.

Grenzen setzen
Mit der Sichel setzt die Schnitterin einen klaren Schnitt. Auch in unserem Leben machen wir dort, wo es nötig ist, einen Schnitt und ziehen Grenzen. Jedoch mit welcher Intention tun wir dies? Setzen wir den Schnitt FÜR oder GEGEN etwas oder jemanden? Spüren sie in das „sich FÜR etwas entscheiden“ oder „sich GEGEN etwas entscheiden“ rein. Was fühlt sich angenehmer oder besser an? Manchmal bedeutet es die Wahl zwischen Frieden und Krieg.
Sagen wir JA zu etwas oder jemanden bedeutet das manchmal ein NEIN für die andere Seite. Die Art und Weise wie wir es tun kann verletzen oder heilen. Daher sollte mit Bedacht der Schnitt gesetzt werden.

Wandlung

Alle Samen, die wir in die Erde gebracht haben, kommen jetzt zur Reife und werden geerntet. Dieser Schnitt bedeutet den Tod für die Pflanze. Jedoch ist sie nicht weg, sondern wird für den Winter haltbar gemacht, um für das Überleben anderer zu sorgen. Es ist ein reiner Wandlungsprozess. Denn nichts geht wirklich verloren, es verwandelt sich. Dieser Aspekt kann bei einem Verlust sehr tröstend sein.

 

Wandlungsrituale:

Wie folgt beschrieben, kann z.B. bei einem Streit dieses Wandlungsritual eingesetzt werden. Die transformierende Kraft des Feuers wird dabei zur Hilfe genommen. Wichtig ist wirklich die klare und eindeutige Entscheidung für den Frieden. Das kann sich durch gefühlte Sätzen wie „Ich bin müde von dem ständigen Krieg“ ausdrücken. Suchen sie sich ein Symbol, was stellvertretend für diesen Streit oder Kampf steht. Zünden sie ein Feuer an und bitten um Wandlung zu diesem Thema. Ich habe dabei um die Unterstützung von den vier Elementen, Gott, Mutter Erde und allen lichten Wesen, die dazu bereit waren, gebeten. Mit dem Symbol in der Hand, darf nochmals alles gefühlt werden, was mit diesem Thema in Verbindung steht. Wenn sie so weit sind, werfen sie das Symbol in das Feuer mit der Bitte um Transformation dieses Themas. Zum Schluss bedanken sie sich für die Unterstützung bei diesem Ritual.
Natürlich ist es mit dem reinen Verbrennen nicht getan. Sobald einem bewusst wird, dass man wieder im Krieg ist, hilft es sich folgende Frage zu stellen: „ Was kann ich tun, um Frieden zu erlagen?“. Dann in sich reinlauschen und dementsprechend handeln. Manchmal helfen auch kleine Gedächtnisstützen, die man im Wohnbereich verteilt, um im Frieden zu bleiben.

Ein weiteres Wandlungsritual ist es, ein Brot oder einen Kuchen ganz bewusst zu backen.
Benutzen Sie die Zutaten symbolisch für etwas, was Sie in Ihrem Leben verwandeln wollen.
Legen Sie alle Zutaten zurecht. Nun nehmen Sie die erste Zutat und verbinden sie mit einer Eigenschaft (z.B. Gesundheit, Liebe, Kraft, Stärke…). So können Sie nach und nach alle Zutaten mit einer Eigenschaft versehen. Vermischen Sie alles liebevoll zu einem Teig.
Falls Sie ein Brot backen, gönnen Sie dem Teig etwas Ruhe und Stille. Denn die ist manchmal zur inneren Wandlung nötig.
Geben Sie den Teig in dem Bewusstsein in den Backofen, dass sich in dem Feuer des Ofens alles wandelt.
Nehmen Sie das Brot oder den Kuchen zur rechten Zeit aus dem Backofen. Genießen Sie den frischen Duft des Gebackenen. Atmen Sie ihn tief ein.
Schneiden Sie einen Teil des Brotes oder Kuchens als Opfer ab und legen es als Zeichen des Dankes in die Natur. Den Rest können Sie essen.
Ich wünsche Ihnen eine genussreiche Mahlzeit, bei der Sie neben den gesunden Zutaten auch Liebe und positive Energie zu sich nehmen.

Folgende Fragen können wir uns in dieser Zeit für unser Leben stellen: Was in unserem Leben darf geerntet werden und was darf noch reifen? Wo darf ein Schnitt gesetzt werden? Was dient uns nicht mehr? Was darf gewandelt werden? Haben wir in unserem Leben eine Situation mit der wir nicht glücklich sind? Wenn ja, was können wir daran ändern?

Falls sie Lust haben am 03.08.2018 gemeinsam das Fest der Schnitterin zu feiern, sind sie herzlich eingeladen. Nähere Infos dazu finden sie unter www.natur-pfa.de

Herzlichst
Corinna Ditges

Foto: Pixabay

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